Führerschein für Videodrohnen

Führerschein für Videodrohnen

Es braucht endlich Strafen!

geschrieben von Dominic Ziegler am 15. Februar 2015

Stellen Sie sich einmal vor ein 16 Jahre alter Jugendlicher kauft sich auf ebay einen alten Fiesta ohne TÜV und eine kleine Wegwerfkamera. Er macht sich damit auf den Weg zu Ihnen, parkt in Ihrer Garageneinfahrt und geht mit seiner Kamera um das Haus um Ihre Tochter durch das Badezimmerfenster zu fotografieren. Die Bilder bietet er danach auf seiner Facebookseite als „hochwertige Kunst“ zum Kauf an.

Jetzt stellen Sie sich vor, der Jugendliche kauft sich keinen Fiesta auf ebay sondern eine Videodrohne auf Amazon. Er parkt nicht in Ihrer Einfahrt sondern fliegt einfach am Ende der Straße 100 Meter in die Höhe. Er fotografiert nicht Ihre Tochter durch das Badezimmerfenster sondern alle Häuser in Ihrer Straße. Wo ist der Unterschied?

Ganz einfach: Der „Geschäftsmann“ mit der Videodrohne begeht verstößt gegen mehr geltendes Recht. Aber niemanden interessiert es, weil es niemand weiß!

Regeln gibt es – wir brauchen wohl endlich auch Strafen!
Es ist erschreckend, wie wenig die meisten Anbieter „professioneller Luftaufnahmen“ tatsächlich über die rechtlichen Aspekte Ihrer Arbeit wissen oder wissen wollen. Da gibt es z. B. diesen ominösen „Blaulichtfotografen“ der regelmäßig bei Polizei- und Feuerwehreinsätzen seine Drohne startet um möglichst interessante Fotos von schrecklichen Unfällen der Mainpost zu verkaufen. Warum interessiert das die Polizei eigentlich nicht?

Auszug aus der LuftVO:
[Der Betrieb des unbemannten Luftfahrtsystems über Mesnchen und Menschenansammlungen, Unglücksorten, ….. und anderen Einsatzorten von Polizei oder anderen Behörden, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben….. ist nicht gestattet….]

Und was ist mit den ganzen Typen, die fast überall Ihre Drohne starten um Fotos zu machen die dann verkauft werden? Das ist gewerblich und somit bedarf es einer Aufstiegsgenehmigung und der Einhaltung all der rechtlichen Vorgaben, die darin erwähnt sind. Über den Main fliegen? Pustekuchen! Es handelt sich hier um einen Verkehrsweg. Verboten! In einer Ortschaft starten? Klar, wenn die Polizei vorher absperrt. Es gibt derart viele Beispiele für den rechtswidrigen Betrieb von Drohnen, dass es langsam an der Zeit wird durchzugreifen und einen Drohnenführerschein einzuführen.

Ganz nebenbei:
Wir halten uns bei jedem Start konsequent an alle Vorgaben. Vielleicht liegt das daran, dass wir durch das Lesen der Aufstiegsgenehmigungen die wir in verschiedenen Bundesländern bei den zuständigen Luftämtern erhalten haben tatsächlich wissen was wir dürfen. Es mag aber auch daran liegen, dass wir wissen was Konformitätserklärungen sind, welche Behörden uns Flüge genehmigen müssen und warum wir Kunde bei der Allianz Global Corporate & Speciality AG sind. Wir halten uns übrigens auch dann an den gesetzlichen Rahmen, wenn wir dadurch einen Auftrag leider nicht bekommen würden.